Weihnachten anderswo

In allen Ländern wird Weihnachten gefeiert. Dabei hat jedes Land, jedes Volk seine eigenen Traditionen und Rituale.

Australien

Weihnachten in Australien ist Sommerfest und Karnevalsstimmung.
Weiße Weihnachten bleibt für die Australier nur ein Traum, denn im Dezember ist dort Hochsommer. Weihnachtsbäume gibt es hier zwar auch, aber meist sind das Plastikbäume. Die echten sind einfach zu teuer. Der Weihnachtsbaum wird bereits am 15.Dezember aufgestellt, denn er nadelt ja nicht. Viele Australier verlegen das Weihnachtsfest nach draußen in den Garten. Freunde aus der Umgebung kommen auf Besuch und auch der Weihnachtsmann darf nicht fehlen. Er tanzt in seiner roten Badehose und seinem langen weißen Rauschebart vergnügt zwischen den anderen in der Sonne und stimmt alte Weihnachtslieder an. Die Geschenke gibt es allerdings erst am Morgen des 25. Dezember. Am nächsten Tag treffen sich alle Freunde und Verwandte dann zum großen Truthahn-Essen.

USA

In den Vereinigten Staaten warten die Kinder sehnsüchtig auf Santa Claus. In Amerika kommt der Weihnachtsmann nicht zu Fuß, sondern bequem im Rentier-Schlitten. Die Feierlichkeiten beginnen am frühen Morgen des 25. Dezember. Die Kinder haben große Strümpfe vor dem Kamin oder am Treppengeländer aufgehängt und hoffen nun auf viele Geschenke von Santa. Danach geht es zur Messe in die Kirche. Am Abend wird beim traditionellen Weihnachtsessen in vielen Familien Truthahn serviert. Getrunken wird dazu gern ein leckerer Eierlikör-Punsch.

Finnland

Die Finnen schwören, dass bei ihnen der echte Weihnachtsmann lebt. Man sagt, der Joulupukki hause mit seiner Frau im Berg Korvantunturi und bastele dort das ganze Jahr über an den Geschenken für die Kleinen. Die Festivitäten beginnen am 24. Dezember um 12.00 Uhr mit der Ausrufung des Weihnachtsfriedens in der Stadt Turku. Einer aus dem Mittelalter stammenden Tradition folgend werden alle Finnen dazu aufgerufen Weihnachten mit der gebotenen Inbrunst zu begehen. Der Nachmittag ist dem Friedhofsbesuch gewidmet. Anschließend steht der gemeinschaftliche Saunagang an. Am Abend versammeln sich Familie und Freunde beim opulenten Festmahl mit Schweineschinken, Pute und Aufläufen. Dazu trinkt man Glögg, den finnischen Glühwein. Dann ist es endlich Zeit für die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum.

Italien

In Italien wird am 25. Dezember Il Bambinello Gesu, die Geburt Jesu gefeiert. Damit aber nicht genug. Die Geschenke gibt es für die Kinder nämlich erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Sie werden von der guten Hexe La Befana über die Schornsteine ins Haus gebracht. Die braven Kinder bekommen von ihr Süßigkeiten, für die weniger braven gibt es nur Kohlen. Der Sage nach hat die Hexe an Heiligabend die frohe Botschaft von der Geburt Jesu gehört, sich aber zu spät zu der Krippe aufgemacht. Nun irrt sie umher und sucht den Heiland in jedem Haus. Während in den meisten Ländern ein Festmahl unverzichtbar ist, fasten die Italiener am 24. Dezember. Richtig fürstlich gespeist wird erst nach der traditionellen Mitternachtsmesse.

Niederlande

Bei unseren Nachbarn müssen die Kinder nicht solange auf Ihre Geschenke warten wie bei uns, oder gar in Russland (31. Dezember). Bereits am 5. Dezember steigt die Spannung bei den Kindern, die an diesem Tag die Säcke vor die Tür stellen. In der Nacht kommt dann der Sinta Claas (der holländische Nikolaus) mit seinem Helfer Zwarte Piets und füllt die Säcke.

Portugal

Weihnachten ist in Portugal das bedeutendste Fest des Jahres. Es wird in der Großfamilie auf dem Land gemeinsam mit den Nachbarn gefeiert. In einigen Dörfern wird auf dem Platz vor der Kirche ein Baumstamm verbrannt, damit sich die Menschen nach der Mitternachtsmesse wärmen können. In manchen Gegenden geht man von Tür zu Tür, spielt Akkordeon, Querflöte, Gitarre oder Mandoline und singt Lieder zur Geburt des Christuskindes. Zur Mitternachtsmesse bringen die Menschen ländliche Produkte als Geschenk für das Christuskind mit. Sie legen sie vor die Krippe. Nach der Messe trifft sich die ganze Familie zum Weihnachtsfestmahl: Stockfisch, Kürbiskrapfen oder mit Zucker und Zimt bestäubte und überbratenen Weißbrotscheiben, Brotteigkrapfen, die gerade aus der Pfanne kommen, und ein Getränk, das aus Wein mit Honigrosinen und Zimt besteht.

Polen

Zum Heilig Abend gehört in Polen die Weihnachtsoblaten. Das sind große eckige Backoblaten, meist mit einem aufgeprägten Bild. Viele Aussiedler aus Oberschlesien kennen diesen Brauch. Tagsüber wird gefastet, und Abends kommt die Familie zum Weihnachtsessen zusammen. Nach einer Suppe gibt es meist ein Fischgericht, wenn möglich Karpfen. Ein zusätzliches Gedeck steht auf dem Tisch: für einen Gast, der vielleicht unerwartet kommt. Die Familie versammelt sich bei Kerzenlicht um den Tisch, dann wird das Weihnachtsevangelium vorgelesen und gebetet. Nun teilen alle ihre Weihnachtsoblaten untereinander und wünschen sich „Frohe Weihnachten“. Das Teilen der Oblaten ist ein Zeichen dafür, das die Familie das Leben miteinander teilen will. Es ist eine Geste der Liebe und der Versöhnung. Dann setzen sich alle zum Essen. Und die Kinder hoffen unter ihrem Teller ein Geldstück zu finden…

Schweden

Das schwedische Weihnachtsfest wird „Julfest“ genannt. Traditionell wird zu Weihnachten Haferbrei gegessen, um Unheil zu vertreiben und statt dessen viele Geschenke zu bekommen. Der Weihnachtsbaum wird in der Mitte des Wohnzimmers aufgestellt. So war es in früherer Zeit möglich, dass die ganze Familie um den Tannenbaum herum tanzen konnte.

Noch weiter zurück in der Geschichte, schliefen die Familien zur Weihnachtszeit auf Stroh. Die Geschenke werden vom Jultomte und den Hauswichteln unter den Kindern verteilt. Hiervon wurde auch bei uns der Julclub“ oder das Wichteln“ zur Weihnachtszeit abgeleitet. Hierbei bringt jeder ein kleines Geschenk mit, welches in einem großen Sack kommt und danach wieder an die Gäste verteilt wird.

Norwegen

Ein einziger Festschmaus ist die Adventszeit bei den Norwegen. Beim „Julbord“ werden Verwandten und Freunden bis zu 60 verschiedene Leckereien aufgetischt. In der Weihnachtsnacht stellen die Kinder für den „Julmann“, der mit seinen Geschenken aus Lappland anreist, eine Schüssel mit Grütze ans Fenster. Sie soll eine Art „Bestechung“ sein für die Weihnachtswichte die „Julnissen“, die dem Julmann helfen. Gibt’s keine Grütze, machen die Wichtel jede Menge Ärger.

Russland

Da die russisch-orthodoxe Kirche sich nach dem Julianischen Kalender richtet, feiern die Christen hier erst später Weihnachten: vom 31. Dezember bis zum 7. Januar. Der aufregendste Tag für die Kleinen ist der Neujahrstag, an dem sie die Geschenke von Väterchen Frost öffnen dürfen. Der Mann mit dem Rauschebart und dem rot-weißen Mantel zieht traditionell am 31. Dezember von Dorf zu Dorf. Überall wird er von einem musikalischen Begrüßungskomitee herzlich empfangen. Weihnachten ist erst seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 wieder ein staatlicher Feiertag in Russland. Zuvor waren die christlichen Feiern vom kommunistischen Regime formell abgeschafft wurden.

Griechenland

In Griechenland gibt es keine Vorweihnachts- bzw. Adventszeit. Das Fest beginnt erst am 24. Dezember. Ab diesem Zeitpunkt werden 12 Nächte lang sogenannte Weihnachtsfeuer angezündet, die Schutz vor den den Kobolden, bieten sollen. Diese treiben nämlich in diesen Tagen gerne ihr Unwesen. Und wer kein Feuer brennen hat, der muss aufpassen, dass die Kobolde nicht das Haus auf den Kopf stellen.
Am Heiligen Abend wird es in den griechischen Straßen laut! Die Kinder ziehen mit Trommeln und Glocken durch das Land und singen glückbringende Lobgesänge.  Dafür bekommen sie kleine Geschenke.
Echte Weihnachtsbäume sind in Griechenland selten. Die meisten Familien feiern das Weihnachtsbaum unter einem Plastikbaum.
Der 25. Dezember ist ein arbeitsfreier Tag und dazu gedacht Freunde und Verwandte zu besuchen. Man sitzt zusammen und isst süßes Gebäck. Allerdings gibt es immer noch keine Bescherung! Das geschieht erst zu Neujahr.

Japan

Weniger als 2% der Japaner sind Christen. Weihnachten ist auch kein nationaler Feiertag. Trotzdem steigt in Japan stetig die Popularität des christlichen Weihnachtsfestes, besonders unter den jungen Japanern.
Die Idee, sich an Weihnachten zu beschenken, kommt der japanischen Lebensweise sehr entgegen. Sich zu beschenken ist in Japan eine wichtige höfliche Geste, die gerne und häufig zelebriert wird. Schon einige Wochen vor Weihnachten schallen die Weihnachtslieder, vornehmlich „Stille Nacht“, in allen Kaufhäusern und man sieht schon die ersten Dekorationen. Bis Weihnachten wird es immer lauter und schriller und die Japaner verfallen immer mehr dem weihnachtlichen Konsumrausch.
Viele Japaner treffen sich zu Christmasparties mit gemeinsamen Essen im Restaurant, mit Knallfröschen, Faschingshütchen, Luftschlangen usw. Manche Japaner sind echte Illuminationsfreaks. In der Adventszeit wird das ganze Haus mit Lichterketten geschmückt und es gibt allabendlich einen Verkehrsstau von Neugierigen mit Fotos und Kamera. Manche haben sogar ihre viele Meter hohe Antenne als leuchtenden Christbaum dekoriert.

Kenia

Lustig gefeiert wird an Weihnachten in Kenia im Kreis der Familie. Am Heiligen Abend trifft man sich zu einem großen Festmahl. Danach haben die Kinder zu tun: Sie müssen das Haus reinigen, dekorieren und das Essen für den nächsten Tag vorbereiten. Am Morgen des 25. Dezembers wird eine Ziege geschlachtet, deren Fleisch in der Familie verteilt wird. Danach geht man von Haus zu Haus, um überall fröhliche Weihnachten zu wünschen und Geschenke auszutauschen. Zum Ausklang des Festes wird bis in den Morgen ausgelassen getanzt.

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